Frankreich-Rundfahrt
Mit meinem Freund Heinrich zusammen bin ich in den Jahren 2004 bis 2009 in insgesamt sechs Etappen quer durch Frankreich gefahren. Wir starten in Bonn, fahren zum Atlantik, dann an der Küste entlang bis zur spanischen Granze.
In unserer letzten Etappe kommen wir dann vom Atlantik zum Mittelmeer.
Unsere Frankreich-Rundfahrt
Wir haben die Touren in der Regel so organisiert, dass wir die Tour des Folgejahres am Zielort der letzten Etappe fortsetzen.
Dabei fahren wir zunächst mit dem Auto zum Startpunkt und stellen dort unsere Räder ab. Dann fahren wir am gleichen Tag mit dem Auto weiter zum Etappenziel und stellen dort das Auto sicher ab. Mit der Bahn geht es dann noch am gleichen Tag zum Startpunkt der Etappe zurück.
Nur bei unserer ersten Etappe haben uns unsere Frauen in Le Havre mit dem Auto abgeholt.
Die Radtour im Überblick
Unsere verschiedenen Etappen waren:
1. Bonn - Le Havre
2. Le Havre - Nantes
3. Nantes - Coulon
4. Coulon - Bordeaux
5. Bordeaux - Lucon
6. Lucon - Sete
1. Etappe: 20.8.- 27.8.2004 Bonn – Le Havre
Es ist noch dunkel, als wir uns um 6 Uhr zur großen Fahrradtour in Bonn treffen. Es ist stark bewölkt, aber es regnet nicht.
Start am frühen Morgen
Wir fahren zunächst durch das menschenleere Bonn und auch auf den Straßen nach Euskirchen ist noch recht wenig Verkehr. Wir kämpfen bereits hier mit dem ersten Gegenwind, er soll sich als unser ständiger Begleiter erweisen! Den Steilanstieg hinter Nideggen müssen wir die Räder hinaufschieben, aber wir haben es bald geschafft und nun geht es flott weiter. Nach der schnellen Abfahrt nach Röttgen biegen wir links in den Wald ab und verlassen kurz danach Deutschland.
Wir sind im Hohen Venn angekommen
Kurz nach 15 Uhr erreichen wir mit Verviers unser erstes Etappenziel.
Unser Hotel, das Heinrich ausgesucht hat, ist sehr schön und unsere Fahrräder können wir im gegenübergelegenen Bahnhof deponieren.
Unser Hotel in Verviers
Am nächsten Tag holen wir unsere Fahrräder gegen 8 Uhr wieder ab und es geht weiter. Das Wetter hat sich nicht wesentlich geändert. Wir sehen oft zum Himmel und haben ständig Angst, dass es zu regnen anfängt; aber es bleibt zunächst noch trocken.
Die ersten Regenschauer haben wir gut überstanden
Die Wetterlage ändert sich dann erst in Lüttich. Regen setzt ein und wir werden von oben und von unten geduscht und das Übrige erledigen die vorbeifahrenden Autos. Der Regen lässt in der Region von Huy allmählich nach und in Namur zeigt sich sogar die Sonne.
Blick auf die Sambre und die Altstadt von Namur.
Aussicht von der Zitadelle auf die Meuse
Heute ist Sonntag, und wir starten um 8.30 in Namur, denn heute wollen wir endlich Belgien hinter uns lassen und in Frankreich einfahren. Die Fahrt nach Charleroi ist zum Teil recht anstrengend. Es ist nicht immer möglich an der Sambre entlangzufahren und der Autoverkehr und die vielen, vielen Schlaglöcher sind sehr nervend. Durch einen Zufall entdecken wir in Charleroi einen schönen Radweg, der uns weiter an der Sambre entlangführt.
Auf solchen Wegen kann man entspannt fahren
Am frühen Nachmittag erreichen wir Maubeuge.
Am nächsten Tag ist das Wetter deutlich besser und in der leicht hügeligen Landschaft kommen wir zügig voran.
Wir haben die Grenze überquert und sind „en France“
In Peronne kommen wir gegen 14 Uhr an. Da wir so früh angekommen sind, haben wir noch ausreichend Zeit, den Ort zu besichtigen. Wir machen einen ausgedehnten Rundgang durch den Ort und erkundigen uns bei der Touristeninformation nach dem besten Weg nach Amiens.
Das 'Hotel de ville' in Peronne
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir am nächsten Tag gegen 8.15 Uhr in Peronne los. Zunächst haben wir noch sehr schönes Wetter und es geht über Biaches und Cappy nach Bray-sur-Somme. Die Strecke ist leicht hügelig, aber gut zu fahren.
Bei Cappy am 'Canal de Somme'
Nach einem Steilanstieg in Bray fängt es wieder an zu regnen, aber wir finden in einem Fabrikgebäude einen Unterstand und können dort den Schauer abwarten. Jetzt können wir unsere Umhänge wegpacken, und im schönen Tal der Somme nach Amiens weiterfahren.
Das schöne Tal der Somme
Wir legen wie immer eine kleine Pause ein und brechen am späten Nachmittag zu einem Stadtrundgang auf. Wir besuchen die Kathedrale und schlendern durch den Altstadtkern.
Die Kathedrale von Amiens
Am Ufer der Somme haben wir ein sehr nettes, gutes Restaurant gefunden.
Schöne Restaurants direkt an der Somme im Viertel Saint-Leu.
Am nächsten Tag starten wir gegen 8.15 Uhr bei gutem Wetter. Wir kommen schnell aus der belebten Stadt hinaus und können schon bald auf wenig befahrenen Straßen weiter in Richtung Süden fahren.
Das Wetter ist wechselhaft und kurz nach Conty fängt es leider wieder an zu regnen.
Zunächst regnet es nur wenig, aber hinter Grandvilliers wird der Regen heftiger und bei dem üblichen Gegenwind macht das Fahren mit dem Regenumhang kein Vergnügen.
Eine kleine Stärkung im Regen
Hinter Formerie hört der Regen zum Glück wieder auf und es geht in einer flotten Fahrt den Berg hinab in das Tal von Forges-les-Eaux. Gegen 14 Uhr kommen wir bei unserem Hotel an und verstauen unsere Räder in einem Schuppen hinter dem Hotel. Nach einer Ruhepause brechen wir zu einer kleinen Runde durch den Ort auf. Wir besichtigen das Kasino und nehmen in einer Dorfkneipe unseren alltäglichen kleinen Ricard zu uns. Das Abendessen im Hotel ist sehr gut.
Am nächsten Morgen fahren wir kurz nach 8 Uhr in Forges-les-Eaux los. Es warten heute insgesamt drei Steigungsstrecken auf uns. Die erste beginnt kurz nach dem Start und endet bei Buchy. Nachdem wir diesen Anstieg bewältigt haben, geht es zunächst auf der Höhe weiter bevor wir ein schönes, malerisches Tal hinunterfahren. Nach Montville beginnt die zweite Steigung. In mehreren Kurven geht es steil den Berg hinauf. Wir überqueren die Autobahn (A 151) und dann geht es wieder in flotter Fahrt den Berg hinunter nach Pavilly. Wir umrunden den Ort und fahren auf einer Straße weiter, von der zunächst nicht klar ist, ob sie auch für Radfahrer wegen Bauarbeiten gesperrt ist.
Wir haben leider noch kein Navi, aber mit Detail-Karten sind wir hervorragend ausgestattet
Aber wir kommen gut den dritten Berg hinauf und durchqueren auch die Baustelle ohne Probleme und kommen dann hinunter zur Seine.
Das 'Hotel Le Normandie' in Caudebec-en-Caux
Es ist schon erstaunlich, welche großen Schiffe die Seine befahren und es wird damit auch klar, warum die Brücken so hoch gebaut werden müssen.
Ein erstaunlicher Schiffsverkehr auf der Seine
Nachdem wir am Morgen unsere Räder auf dem Parkplatz hinter dem Hotel wieder wohlbehalten vorgefunden haben, beginnt unsere letzte Etappe heute um 8.15 Uhr. Es geht zunächst auf einer schwach befahrenen Straße an der Seine entlang nach Notre-Dame-de-Gravenchon. Dann biegen wir von der Straße ab und der Weg führt uns durch riesige Raffinerieanlagen über Industriestraßen zum Pont de Tancarville.
Die Pont-de-Tancarville
Der starke LKW-Verkehr und der heftige Gegenwind machen uns jetzt sehr zu schaffen. Hinzu kommt, dass es auf den letzten Metern nochmals etwas zu regnen beginnt und wir sind froh, als wir gegen 13.15 Uhr das IBIS-Hotel in Le Havre erreichen.
Am Nachmittag kommen unsere beiden Frauen mit dem Auto zu uns und am Samstag machen wir dann zum Ausklang noch mehrere kleine Exkursionen in und um Le Havre – aber jetzt, ohne das Fahrrad zu bewegen!
Das alte Hafenbecken von Honfleur
Diese erste Etappe war mit etwa 620 km und mehr als 6000 Hm sehr fordernd, aber wir sind stolz, dass wir das gesteckte Ziel erreicht haben.
2. Etappe: 29.7. - 6.8.2005 Le Havre – Nantes
Unsere nächste Etappe beginnt wieder recht früh, denn wir wollen den Transfer des Autos von Start zum Ziel an einem Tag bewerkstelligen.
Wir kommen gegen 11 Uhr am IBIS-Hotel in Le Havre an, verstauen die Räder in einem Nebenräumchen und fahren dann gleich weiter nach Nantes. Dort parken wir den Wagen in der Tiefgarage des Hotels und machen uns gleich auf den Weg zum Bahnhof. Es gibt leider keine (direkte und kurze) Verbindung zwischen Nantes und Le Havre und so müssen wir den Umweg über Paris in Kauf nehmen.
Am Bahnhof von Le Havre
Mit dem schnellen TGV kommen wir gegen 20 Uhr am Gare Montparnasse an. Wir steigen direkt in die Metro ein und fahren hinüber zum Gare St. Lazare. In einem ansprechenden Restaurant essen wir eine Kleinigkeit, bevor wir in den Regionalzug nach Le Havre einsteigen. Gegen Mitternacht kommen wir dann wieder am Hotel an.
Am nächsten Morgen herrscht strahlender Sonnenschein und wir starten in einen schönen Tag. Den Weg durch das Hafengebiet haben wir ja im letzten Jahr schon einmal zurückgelegt, aber heute herrscht bedeutend weniger LKW-Verkehr. So macht es viel mehr Spaß sich die Umgebung anzusehen und die Ozeanriesen mit den vielen Containern zu bewundern.
Am Überseehafen von Le Havre
Unser nächstes Ziel ist die imposante Brücke über die Seine „Pont de Normandie“. Als Fahrradfahrer müssen wir keine Gebühr zahlen und können direkt durchstarten. Wir wissen zunächst nicht, ob wir den steilen Anstieg durchhalten, aber wir schaffen es! Die rasante Abfahrt in Richtung Honfleur entschädigt uns dann für die Anstrengungen des Aufstiegs.
Eine schnelle Abfahrt von der Brücke
In den engen Straßen von Honfleur versorgen wir uns mit etwas Verpflegung und dann geht es auf der Küstenstraße weiter nach Süden.
In den Straßen von Honfleur
Es herrscht ein etwas stärkerer Verkehr und da die Straße recht kurvig ist, sind wir froh, dass wir bei Criqueboeuf die D 513 verlassen können. Dafür müssen wir allerdings jetzt auch unsere erste Bergwertung hinter uns bringen. Denn in leichtem, aber ständigen Anstieg geht es hoch zum „Croix Sonnet“ und dann in flotter Abfahrt hinunter nach Touques.
Auf kleineren, schmalen Straßen geht es dann leicht bergauf und wieder bergab. Wir kommen an zahlreichen malerischen Gehöften vorbei und erst im Nachhinein erfahren wir, dass dort die rassigen Rennpferde der Normandie gezüchtet werden.
Ein typisches Fachwerkhaus
In einem malerischen Ort Beuvron-en-Auge, in den wir nur durch Zufall hineingeraten, essen wir eine Kleinigkeit zu Mittag.
Die ‘Auberge de la Boule d’or’
Die Einfahrt nach Caen ist etwas schwierig, da wir uns, auf der Suche nach möglichst kleinen Straßen, in einem Wohngebiet verfahren haben. Aber nach mehrmaligen Nachfragen, finden wir die richtige Zufahrtsstraße und erreichen gegen 17 Uhr das IBIS-Hotel am Bassin St. Pierre. Nach einer kleinen Erfrischungspause machen wir dann den üblichen, kleinen Rundgang durch die Stadt.
Das Chateau de Caen
Am nächsten Morgen ist das Wetter nicht mehr so schön. Es ist kühl geworden und der Himmel ist stark bewölkt. Nachdem wir die Stadt hinter uns gelassen haben, geht es wie am Vortag bergauf und dann wieder bergab; nur dieses Mal haben wir einen Himmel über uns, der uns zu ständiger Eile antreibt. Kurz hinter Evrecy holt uns dann auch schon der erste, kurze Regenschauer ein. Es soll nicht der letzte gewesen sein.
Man kann nicht immer nur Sonnenschein haben!!
Eine gebrochene Hinterachse zwingt uns dann zu einer plötzlichen Änderung der Reiseroute. Wie gut, dass es nette Mitmenschen gibt, mit deren Hilfe wir das angepeilte Etappenziel früh erreichen. Im Hotel in Ducey beratschlagen wir erst einmal, wie es weitergehen soll. Wir gehen durch die Stadt, diskutieren die verschiedenen Alternativen und kommen zu dem Ergebnis, dass es das Beste ist, den nächsten Tag erst einmal abzuwarten.
Dann wird sich klären, ob wir eine Reparaturwerkstatt finden können, die das defekte Hinterrad reparieren kann.
Unsere Unterkunft „L’Auberge de la Sélune‘ in Ducey
Es grenzt schon fast an ein Wunder, aber wir finden in Avranches eine Decathlon-Werkstatt und die Reparatur des Hinterrads ist in kurzer Zeit erledigt.
Mit einem neuen Hinterrad (mit dem alten Zahnkranz) kann die Fahrt nun weitergehen!
Mit etwas Verspätung können wir die Reise fortsetzen. Es regnet immer mal wieder und schon bald können wir am Horizont unser nächstes Ziel erkennen.
Der Mont St. Michel
Über dem Meer bildet sich ein „blaues Fenster“ in das wir direkt hineinfahren. Das Fenster wird immer größer und wir erreichen den Mont St. Michel bei schönem Wetter. Wir wollen an diesem Touristen-Hotspot unsere Räder nicht unbeaufsichtigt abstellen und so fahren wir nur kurz an den Berg heran, drehen dann aber bei, um St. Malo anzusteuern.
Unser Hotel mitten in der Altstadt von St. Malo
Bei unserer Rundtour umrunden wir die Altstadt auf der Befestigungsmauer und genießen von dort den Blick über das Meer.
Der Strand von St. Malo
Das geschäftige Treiben in der Altstadt
In dieser Stadt gibt es viel zu sehen und es fällt uns wirklich schwer, von hier wegzufahren. Aber unser nächstes Ziel wartet schon auf uns. In den nächsten beiden Tagen wollen wir die Landzunge der Normandie durchqueren, um dann in Vannes wieder den Atlantik zu erreichen.
Blick zurück über die Rance
Nachdem wir St. Malo verlassen haben, überqueren wir die Rance und folgen ihr weiter. Auf sehr malerischen Straßen mit geringem Autoverkehr geht es nun ständig bergauf und dann wieder bergab. An vielen Stellen genießen wir bei wechselhaftem Wetter die wunderbare Aussicht. Bei Dinan verlassen wir die Rance und schieben die Fahrräder den steilen Berg hinauf. Nach diesem Anstieg geht etwas beschaulicher weiter.
Eine typische Landstraße
Hinter Mauron erreichen wir dann einen sehr gut ausgebauten Fahrradweg, auf dem wir noch viele Kilometer zurücklegen können. So kommen wir auf dieser umgebauten alten Bahntrasse schnell voran und erreichen den kleinen Ort Néant-sur-Yvel, unser nächstes Etappenziel.
Die Absperrungen an der Bahntrasse erfordern etwas Geschick!
Am nächsten Morgen fahren wir zunächst zur alten Bahntrasse zurück und hinter Ploermel radeln wir auf diesem großartigen Radweg durch eine wunderschöne Landschaft.
Die malerische „Pont de Loyat“, eine Brücke über die Yvel
Bei Capelle-Caro biegen wir vom Radweg ab und fahren auf Departementsstraßen weiter nach Vannes. Wir besichtigen den historischen Altstadtkern mit seinen schönen Fachwerkhäusern und dem Hafen mit dem reichhaltigen Blumenschmuck.
In der Altstadt von Vannes
Auch am nächsten Tag herrscht schönes Radfahrwetter, und wir verlassen Vannes sehr zeitig. Bis Muzillac haben wir es mit regem Autoverkehr zu tun, danach werden die Straßen wieder schmaler. Wir überqueren die Vilaine und machen in Asserac eine kleine Mittagspause.
Pause in Asserac
Man kann schon hier die frische Meeresbrise riechen und die Weiterfahrt nach La Baule verläuft unproblematisch. Wir checken im Hotel ein und beim kleinen Rundgang durch die Stadt kann man erkennen, dass hier der Tourismus alles fest im Griff hat.
Am Strand von La Baule
Auch auf der letzten Etappe in diesem Jahr haben wir schönes Wetter. Der Strand, der gestern Nachmittag noch von Menschenmassen überfüllt war, ist heute Morgen menschenleer.
Das „Wave-Building“ in La Baule
Bei St. Nazaire kommen wir einmal kurz an die Loire heran und auf kaum befahrenen Straßen kommen wir unserem Ziel dann immer näher.
An solchen traditionellen Wegekreuzen kommen wir mehrmals vorbei
Um 16 Uhr kommen wir in Nantes an. Das Hotel kennen wir ja bereits und bevor es nach Hause geht, legen wir noch einen kurzen Besichtigungstag ein.
Hier einige Eindrücke:
Auf unserer zweiten Etappe haben wir in sieben Tagen etwas mehr als 550 km zurückgelegt.
3. Etappe : 22.7. - 30.7.2006 Nantes – Coulon
Wir haben in diesem Jahr Coulon als Zielpunkt ausgewählt, da von dort eine direkte Zugverbindung nach Nantes existiert. So schaffen wir trotz der weiten Entfernung von zuhause die Vorbereitungen an einem Tag. Die Ausfahrt aus Nantes ist etwas schwierig, aber nach einem kleinen Umweg sind wir schnell auf dem richtigen Weg. Wir überqueren nun die Loire und fahren auf der südlichen Seite immer am Fluss entlang.
Die Loire-Brücke bei Thouare-sur-Loire
Da heute Sonntag ist, begegnen uns viele Radrennfahrer aber mit dem Autoverkehr haben wir recht wenig zu tun. Die Straße ist sehr hügelig – es geht bergauf und dann wieder in schneller Fahrt bergab, um dann gleich wieder bergauf zu gehen. Wir folgen auch ein kleines Stück einem ausgeschilderten Radweg, aber der Fahrbahnbelag ist so schlecht (Splitt), dass wir bei der nächsten Gelegenheit wieder auf die Straße zurückkehren.
Blick über die Loire bei St. Florent
Bei Montjean wechseln wir wieder die Flussseite, um unser heutiges Etappenziel 'La Poisonnière' zu erreichen.
Blick zurück nach Montjean>
Es handelt sich bei der Unterkunft um ein „Chambre d’hôte“ mit Schwimmbad. Nach einer kurzen Pause stürzen wir uns dann auch sofort in die kühlen Fluten des Schwimmbads.
Eine großartige Erfrischung!!
Am nächsten Morgen herrscht strahlender Sonnenschein und es verspricht ein sehr heißer Tag zu werden.
Die Räder sind gepackt, es geht weiter!
Der Weg führt uns noch weiter an der Loire entlang. Bei Savennières wechseln wir die Seite der Loire, um Angers zu umfahren.
Wir ändern ein wenig die vorgesehene Route, um weiter auf schmalen, wenig befahrenen Straßen immer am Fluss fahren zu können. Nach der Mittagspause bei Le Thoureil kommen wir auf die etwas befahrenere D 751 aber dafür kommen wir hier schneller voran und wir haben den Vorteil, hier etwas im Schatten der Berge fahren zu können.
Die Loire bei Le Thoureil
Wir kommen frühzeitig an unserem Ziel in Saumur an, und haben noch ausreichend Zeit für einen ausgedehnten Rundgang durch diese schöne Altstadt.
Blick auf die Altstadt von Saumur
Das schöne Lustschloss Saumur
Am nächsten Morgen fahren wir zunächst noch etwas an der Loire entlang.
Es wird wieder ein heißer Tag werden
Bei Candes-St. Martin verlassen wir jedoch die Loire, um einen kleinen Abstecher nach Chinon zu machen.
Blick auf Chinon von der anderen Seite der Vienne aus.
Wir haben zwar keine Zeit für einen ausgiebigen Besuch der Altstadt, aber alleine das Panorama ist schon sehenswert. So fahren wir weiter und wieder zur Loire zurück. Dort wartet schon das nächste Schloss auf uns.
Das Schloss Ussé im Loiretal
Kurz vor Villandry machen wir in einem Restaurant direkt am Felsen eine ausgedehnte Mittagspause.
Es wird jetzt immer heißer und wir sind froh, dass es nicht mehr weit nach Tours ist.
Auf diesem schönen, schattigen Platz verbringen wir den Abend in Tours.
Da es heute immer heißer geworden ist und auch die überhitzten Zimmer keine Erholung bieten, haben wir beschlossen, am nächsten Tag sehr früh zu starten, um etwas die Kühle der Nacht auszunutzen.
Start am frühen Morgen in Tours
Wir haben den Wecker tatsächlich auf 5 Uhr gestellt und sind bereits kurze Zeit später auf der Straße. Es ist noch dunkel und wir müssen die Karte mit der Taschenlampe beleuchten. Es ist schon eine eigenartige Stimmung, durch die noch fast menschenleeren Straßen zu fahren. Nur die Straßenreinigung ist bereits unterwegs. Wir kommen zügig aus der Stadt hinaus und sind bereits im Morgengrauen bei Saché. Nach Champigny-sur-Veudé fahren wir viele Kilometer auf menschenleeren, asphaltierten Feldwegen und wir müssen aufpassen, uns nicht zu verfahren.
Eine typische Landstraße
Da wir heute so früh gestartet sind, sind wir bereits zur Mittagessenszeit in Loudun, unserem nächsten Ziel. In der Nacht regnet es ein wenig und es ist nicht mehr ganz so warm wie in den vergangenen Tagen. Die weitere Route führt uns jetzt durch stark landwirtschaftlich genutztes Gebiet. In Moncontour fängt es auch ein wenig an zu regnen – aber nach einer halben Stunde ist alles wieder vorbei. In Gourgé halten wir noch einmal an, um uns mit frischem Wasser einzudecken und dann geht es zügig nach Parthenay. Unser Hotel ist leicht zu finden, denn es liegt gegenüber dem Bahnhof (von dem schon seit mehr als 20 Jahren kein Zug mehr abgefahren ist).
Auch hier bekommen wir im Hotel noch ein kleines Mittagessen.
Das Hotel am Bahnhof
Parthenay ist etwas größer als Loudun und hat auch etwas mehr zu bieten. Wir schauen uns die alten Stadtbefestigungsanlagen an und von einem Turm haben wir eine schöne Sicht über die Stadt.
Blick auf Parthenay
Am nächsten Morgen geht es frisch gestärkt weiter dem Meer entgegen. Aber die Landschaft ist doch sehr hügelig und sobald man einen Berg bewältigt hat, sieht man die Senke und auf der anderen Seite schon den nächsten Anstieg. Wir versuchen deshalb beim Abfahren einen großen Schwung mitzunehmen, der uns dann das Bergauffahren erleichtert.
Mit Schwung den Berg hinauf
Trotz dieser vielen Anstiege kommen wir zügig voran und haben bei Coulon Meereshöhe erreicht. Wir sind heute wieder sehr früh am Ziel – aber das war beabsichtigt, denn wir wollen am Nachmittag noch das Marais mit dem Boot erkunden. Das Hotel ‚Le Central‘ in Coulon übertrifft bei weitem unsere Erwartungen. In den klimatisierten Zimmern werden wir hervorragend schlafen können!!
'Le Central' ein schönes Hotel mit einem exquisiten Restaurant
Aber bevor es so weit ist, ist noch Paddeln angesagt. Wir mieten uns an einer Station ein Boot, lassen uns den Weg erklären und los geht es!
Bootsfahrt im Marais
Zunächst ist auch alles klar, aber dann verlieren wir doch etwas die Orientierung.
Eine schöne Landschaft
Es dauert eine Weile, bis wir den richtigen Weg gefunden haben und so werden aus den angesetzten zwei Stunden letztlich mehr als drei Stunden.
Nicht nur die Zimmer des Hotels, auch das Restaurant ist hervorragend.
Blick in das Marais bei Coulon
Unsere letzte Etappe in diesem Jahr führt uns zunächst an Entwässerungskanälen entlang aus dem Marais hinaus.
Gerade, wenig befahrene Straßen
In Marans machen wir noch eine schöne Mittagspause, dann geht es zügig dem Ziel Lucon entgegen.
Mittagspause in Marans
Nach 463 Kilometern haben wir mit Lucon das Ziel unserer diesjährigen Fahrt und das Auto erreicht.
Das Hotel in Coulon hat uns so gut gefallen, dass wir es zum Ausgangspunkt unserer Fahrt im nächsten Jahr machen werden.
4. Etappe 21.7. - 29.7.2007 Coulon – Bordeaux
Unsere vierte Fahrradtour hat als (südliches) Endziel Bordeaux. Da uns bei der Tour im letzten Jahr das Hotel ‚Le Central‘ in Coulon so gut gefallen hat und dort eine gute Möglichkeit besteht, das Auto stehen zu lassen, haben wir uns entschlossen dort zu starten. Mit dem Zug fahren wir nach Bordeaux und dann mit den Rädern nach Coulon zurück.
Morgenstimmung in Coulon
Da Coulon keinen eigenen Bahnanschluss besitzt und Niort etwas zu nahe liegt, haben wir Rochefort als Ziel des ‚Prologs‘ festgelegt. Zunächst ist noch strahlend blauer Himmel und die Morgenstimmung im Marais ist genial. Die Bewölkung nimmt dann im Laufe des Tages leider etwas zu und es regnet ein paar Tropfen als wir um 16 Uhr in Rochefort ankommen.
Ankunft am Bahnhof von Rochefort
Es ist etwas schwierig, die Räder und unser Gepäck im Zug zu verstauen. Denn das Fahrradabteil ist viel zu klein, aber gemeinsam – und mit weiterer tatkräftiger Hilfe – schaffen wir’s. Der Transport von Fahrrädern im ÖPNV ist schon eine schwierige Sache, wir müssen auch einige Treppen im Ein- und auch beim Aussteigen bewältigen.
Der Zug nach Bordeaux fährt ein
Nach einer kurzen Orientierungsphase am Bahnhofsvorplatz finden wir die richtige Zufahrt und erreichen das IBIS am Centre Mériadeck.
Aussicht vom Hotel auf die Innenstadt
Das Hotel ist sehr zentral gelegen und man hat eine schöne Sicht auf die Kathedrale. Nach einer kleinen Erfrischungspause machen wir eine kleine Besichtigungstour, denn es ist doch etwas spät geworden.
Am nächsten Morgen ist es leider sehr regnerisch. Wir können zwar trocken starten, aber es dauert nicht lange und wir müssen anhalten, um unsere Regensachen anziehen. Zunächst regnet es nur ein wenig, als wir aber in den Norden von Bordeaux kommen fängt es plötzlich an wie aus Eimern zu schütten. Wir können uns nur noch schnell in einen Autohof retten und ernten dort viele mitleidige Blicke!
Wir warten etwa eine halbe Stunde und als der Regen etwas nachgelassen hat, machen wir uns wieder auf den Weg.
Wir haben den tollen Radweg „Bordeaux-Lacanau“ gefunden - nur das Wetter ist nicht schön!
Der Radweg ist prima asphaltiert und geht zum großen Teil kerzengerade durch die Wälder der Küste entgegen. Oft ist ein Ende nicht abzusehen, aber das stört uns nicht.
Ein toller Radweg
In Lacanau warten wir in einem Bistro noch einen heftigen Regenschauer ab, bevor wir zum Golf-Hotel weiterfahren. Dort kommen wir gegen 16 Uhr an und können jetzt unsere Sachen zum Trocknen aufhängen. Die Regensachen sind zwar nass, aber im Kern ist alles trocken geblieben. Nach einer kurzen Regenerationspause machen wir uns zu Fuß auf den Weg zum Strand. Der Wind hat die Regenwolken vertrieben, die Sonne kommt heraus und es sind sogar einige Leute im Wasser.
Am Strand von Lacanau
Bei der Abfahrt am nächsten Morgen regnet es zwar noch ein wenig, aber sobald wir Lacanau verlassen haben, kommt wieder die Sonne zum Vorschein. Auf der Karte ist an der Küste eine „piste cyclable“ eingetragen, aber es ist recht schwierig den richtigen Einstieg zu finden. Wir sind durch die gestrigen Verhältnisse etwas verwöhnt! Die Polizei weiß nicht richtig Rat und einen Touristen, den wir fragen, sagt nur: „den Weg könnt ihr versuchen, er ist nicht einfach zu fahren und ihr habt ja sicher Flickzeug dabei!“
Nach einer kurzen Strecke wird uns auch klar, was er gemeint hat. Die „piste cyclable“ stellt sich als ein 50 cm breiter Betonstreifen heraus, der an vielen Stellen unterbrochen ist und nur noch aus den Eisenarmierungen besteht.
Hier ist Konzentration angesagt!
Bei der Fahrt mit dem Gepäck muss man sehr darauf achten, nicht das Gleichgewicht zu verlieren und neben dem Fahrstreifen im Sand zu landen.
Zum Glück haben wir so gut wie keinen Gegenverkehr
Bei Carcans wird dann der Weg etwas besser, aber kurze Zeit später wird er sogar noch schmäler. Wir schätzen die Betonpiste jetzt nur noch auf 30 cm Breite. Da das Fahren unter diesen Bedingungen sehr anstrengend ist und unsere Räder für diese Belastungen nicht richtig geeignet sind, verlassen wir die Route und suchen uns einen parallel dazu verlaufenden Waldweg. Er ist viel besser zu fahren und wir kommen jetzt zügig nach Hourtin. Dort machen wir noch einen kurzen Abstecher vor zum Meer.
Das Meer ist etwas aufgewühlt
Nach Hourtin geht der Fahrradweg an einer Landstraße entlang, ist gut ausgeschildert und lässt sich prima fahren.
Gegen 15 Uhr erreichen wir den „Pointe de Grave“, die Landspitze. Von dort setzen wir mit der Fähre nach Royan über und erreichen unser nächstes Etappenziel.
Am nächsten Tag haben wir keine so große Etappe eingeplant, da wir eine Kellerei-Besichtigung vorgesehen haben. Aber zu unserem Leidwesen stehen uns nun zunächst noch einige kleine Anstiege bevor.
Es dauert auch nicht lange und es tauchen die ersten Weinberge auf.
Da wir jetzt oft auf engen, kleinen Straßen fahren, müssen wir mehrfach anhalten und uns orientieren. Aber wir machen keine größeren Umwege und erreichen gegen 14 Uhr Cognac. Da wir für 15.30 Uhr eine Führung bei der Firma Hennessy gebucht haben, bleibt auch nicht viel Zeit für eine Mittagspause. Die Führung ist in Deutsch und sehr informativ.
Schöne, alte Cognacfässer
Die nächste Etappe nach Angoulême ist ebenfalls sehr hügelig. Obwohl die Strecke über große Teile an der Charente entlangführt, kommt doch ein Hügel nach dem anderen.
Am Ufer der Charente
Nach einem steilen Schlussanstieg erreichen wir die Altstadt von Angoulême.
Unser Hotel in der Altstadt
Die Kathedrale von Angouême
Am nächsten Tag wird hier die „Tour de France“ ankommen und deshalb suchen wir am frühen Morgen zunächst das Etappenziel.
Wir fühlen uns wie die Profis
Wir sind früh genug, die Straßen sind zwar gesperrt, aber wir kommen mit den Fahrrädern überall hin. Wir können sogar noch die offizielle Ziellinie durchfahren und dabei mehrere Bilder machen.
So sehen Sieger aus!
Als wir wegfahren, werden die großen Sicherheitszäune aufgestellt. Wir sind gerade noch rechtzeitig hier gewesen.
Unser nächstes Etappenziel ist Melle. Das ist ein kleiner, malerischer Ort. Wir haben hier noch eine Übernachtung eingeplant, weil die Etappe nach Coulon sonst doch etwas zu lang werden würde.
Das Chateau-de-Javarzay in Chef-Boutonne
Der Melle-Brunnen im Stadtzentrum
Die letzte Etappe nach Coulon ist mit 54 km nicht mehr sehr weit.
Die Straßen werden jetzt flacher, aber es fängt zum Schluss wieder an, leicht zu regnen.
Kurz nach 14 Uhr haben wir das Ziel erreicht. Wir sind in dieser 4.Etappe etwas mehr als 363 km gefahren.
Wegen des schlechten Wetters lassen wir die geplante Bootsfahrt durch das Marais ausfallen, und bereiten uns stattdessen lieber auf die morgige Heimfahrt vor.
5. Etappe 12.7. - 20.7.2008 Bordeaux – Langon
Als Ausgangspunkt unserer fünften Frankreich-Fahrt haben wir die Stadt Blaye an der Garonne nördlich von Bordeaux gewählt. Die Tour wird wieder eine Rundtour werden, die uns nach Bordeaux und dann durch die „Landes“ weiter in den Süden bis an die spanische Grenze führt.
An der Küste geht es dann zum Startpunkt zurück.
Das nette Hotel in Blaye im Licht der untergehenden Sonne
Als wir am nächsten Morgen aufwachen, ist der Himmel verhangen und über der Garonne hängen dicke Regenwolken; aber es regnet noch nicht. Es bleibt den ganzen Tag über regnerisch, aber stellenweise kommt die Sonne durch.
Die Zitadelle von Blaye mit der breiten Gironde
Wir fahren zunächst noch an der Corniche der Garonne entlang, überqueren dann die Dordogne und kommen, in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem Navi ausgerüstet, prima durch die Außenbezirke von Bordeaux.
Die Brücke über die Dordogne bei St. André-de-Cubzak
Da die Strecke auf der D 10 kürzer und auch nicht so hügelig ist, bleiben wir noch weiter an der Garonne. Da heute Sonntag ist, können wir das auch gut machen, denn der Autoverkehr ist nicht sehr stark. Erst hinter Langoiran wechseln wir die Seite der Garonne.
Weinberge, wohin man schaut
Es ist eine sehr schöne, liebliche Gegend mit vielen Weinbergen. Es gibt heruntergekommene Anwesen, aber auch prächtig renovierte Gebäude.
Berühmte Namen sind hier zuhause
Gegen 17 Uhr erreichen wir die Stadt Langon, unser erstes Ziel. Da hier der ‚Canal-du-Midi‘ beginnt, werden wir im nächsten Jahr hier mit der sechsten Etappe starten.
Unser Hotel in Langon in Autobahnnähe
Am nächsten Morgen fahren wir bei strahlend blauem Himmel los. Es geht zunächst Richtung Sauternes. Hier reiht sich jetzt ein Chateau an das andere, und fast alle Anwesen sind sehr prächtig hergerichtet.
Hier reiht sich jetzt ein Chateau an das andere
Der blaue Himmel, die morgendlichen zarten Farbtöne lassen die Landschaft in schönem Licht erscheinen.
Chateau und Weinberg eine schöne Kombination
Weinberge bei Sauternes
Nachdem wir Sauternes durchquert haben, ändert sich die Vegetation. Es wird waldig und die Weinberge sind fast völlig verschwunden.
Ein schöner Radweg
Wir fahren auf einem hier beginnenden, schönen Radweg zunächst weiter ins Landesinnere hinein. Dann geht es auf wenig befahrenen Straßen, die zum Teil schnurgerade direkt zum Ziel führen, das wir zeitig erreichen.
Unser Hotel in Pissos
Hier können wir am Abend gemütlich unter den Platanen sitzen und vor dem Restaurant zu Abend essen. Die Zimmer sind sehr groß, sauber und sehr gemütlich!
Auch am nächsten Tag ist wunderschönes Radfahrwetter. Es ist zwar zunächst noch etwas frisch, aber nach kurzer Zeit hat die Sonne die Luft angenehm erwärmt.
Auf solchen Straßen kommen wir zügig voran!
Der Weg geht weiter auf sehr schmalen, wenig befahrenen Straßen oft kilometerlang völlig geradeaus weiter nach Süden. Es ist von Vorteil, dass die Straßen durch hohe Pinienwälder führen, dadurch bleibt die Mittagshitze erträglicher.
In schneller Fahrt geht es dann bergab nach Dax hinein. Wir finden das IBIS-Hotel schnell und wir bekommen zwei schöne Zimmer in der fünften Etage.
Die Aussicht vom Hotel auf die Adour
Nach einer kleinen Pause machen wir unseren üblichen Stadtrundgang und finden die warmen Quellen, für die der Kurort sehr berühmt ist.
Das Denkmal von Jean-Charles de Borda auf dem Place Thiers in Dax
Am nächsten Morgen haben wir wieder wunderschönes Wetter.
Wir wechseln direkt vor dem Hotel auf die andere Seite der Adour über und folgen dem Fluss auf dieser Seite in westlicher Richtung.
Schöne Straßen in morgendlicher Stimmung
Mal geht es etwas ins Hinterland, mal ist man dem Fluss etwas näher. Wir erreichen Peyrehorade und die Straße, die wir jetzt fahren, verläuft direkt am Flussufer.
Schöne Aussichten an der Adour
Um jetzt vor ans Meer zu kommen, müssen wir noch einen kleinen Höhenzug überwinden. Aber wir schaffen das ganz gut und zur Belohnung geht es dann in schneller Fahrt bergab nach Labenne-Ocean hinunter. Kurz vor dem Campingplatz „Le Boudigou“ treffen wir auf den Radweg, der uns bis nach Capbreton führt.
Wir finden das Hotel dort sehr schnell; wir übernachten heute in großen Appartements. Wir machen einen kleinen Spaziergang um den Etang herum, bevor wir uns ein Restaurant fürs Abendessen suchen.
Eine schöne Küstenlandschaft
Am nächsten Tag hat sich am Wetter nichts geändert und wir treffen direkt hinter Seignosse den Radweg, der uns wieder nach Norden führt.
Bei Seignosse
Wir umfahren Vieux-Boucau und folgen dann weiter dem Radweg. Die ehemalige Bahntrasse ist gut ausgebaut, eben und oft schnurgerade.
Hinter Léon ist der Radweg leider zu Ende und wir müssen auf die Landstraße zurück. Wegen der Nähe zum Meer sind leider viele Autos unterwegs und wir sind froh, als wir hinter St. Girons wieder auf einen Radweg treffen.
Eine schön ausgebaute, schmale Fahrspur
Man kann gut im Schatten der Pinienwälder fahren, wenn wir auch an manchen Stellen wegen der Unebenheiten nicht sehr schnell vorankommen.
Kurz hinter Contis-les-Bains setzt leichter Nieselregen ein. Wir verpacken unser Gepäck, aber als wir damit fertig sind, ist der Regen schon wieder vorbei.
In Mimizan übernachten wir in einem kleinen, ein etwas außerhalb gelegenen Hotel.
Küstenlandschaft bei Mimizan
Am nächsten Tag geht die Fahrt bei wunderschönem Wetter weiter. Nach der Planung soll die Fahrt auf einem für den öffentlichen Verkehr gesperrten Radweg direkt an der Küste entlang nach Norden gehen. Aber schon kurz nach dem Ortsausgang stehen wir ohne Vorankündigung an einem Militärzaun. „Entrée interdit – Camp militaire“.
Der Sperrzaun ist in der Ferne zu sehen
Hier ist kein Durchkommen, also müssen wir wieder zurück und einen Radweg nehmen, der ins Landesinnere führt und um den Etang von Biscarrosse herum geht. Dieser Umweg war zwar nicht geplant, aber wir haben auf dieser Fahrt einige schöne Ausblicke auf den Etang.
Am Etang de Biscarrosse
Dank der vielen guten Radwege kommen wir auch flott voran und haben bald Biscarrosse erreicht. Nach einem kurzen Anstieg über die Dünen, treffen wir vor Biscarrosse-Plage wieder den ursprünglich geplanten Radweg. Er ist top gepflegt und da er durch die Pinienwälder führt, kommen wir trotz der Hitze flott voran. An einigen Stellen hat man eine schöne Sicht auf das Meer und die Bucht von Arcachon.
Die Bucht von Arcachon kündigt sich an
Vor dem Ortseingang sind noch einige kleinere Steigungen zu überwinden, aber mit Schwung kann man sie gut nehmen. Das ausgewählte Hotel finden wir recht zügig und das Beste ist, dass es nur 5 Minuten von der Uferpromenade entfernt liegt. Nach einer kleinen Ruhepause machen wir einen kleinen Rundgang und schlendern an der Uferpromenade entlang.
Das malerische Hotel in Arcachon
Die letzte Etappe in diesem Jahr fängt am frühen Morgen mit einer Überfahrt an. Mit einem kleinen Fährboot fahren wir um 9 Uhr quer über die Bucht von Arcachon nach Cap Ferret.
Dieses kleine Boot bringt uns auf die andere Seite der Bucht
Vom Boot aus hat man eine einzigartige Sicht auf die Stadt Arcachon und die Düne von Pilat im Hintergrund.
Eine aussichtsreiche Überfahrt
Den Radweg, der zunächst weiter nach Norden führt, finden wir direkt. Die Fahrt geht nun wieder durch herrliche Pinienwälder weiter.
Zunächst ist es noch etwas frisch, aber es ist schon zu erkennen, dass es heute ein sehr heißer Tag werden wird. Der Radweg ist gut ausgeschildert und wir kommen schnell voran. Wir fahren auf diesem wunderschönen Radweg, der an manchen Stellen etwas hügelig ist, bis „Le Porge-Ocean“.
Dort verlassen wir das Meer und kehren damit auch den Dünen den Rücken zu. Zunächst geht es auf einer Landstraße landeinwärts, bis wir in der Nähe von Saumos auf den Radweg treffen, auf dem wir im letzten Jahr von Bordeaux aus nach Lacanau gefahren sind.
Diese Abzweigung kennen wir schon!!
Diese Strecke sind wir im letzten Jahr leider bei Regen in der entgegengesetzten Richtung gefahren.
Der Radweg Bordeaux-Lacanau
Wir fahren auf diesem Radweg bis St. Hélène.
Dort biegen wir ab, und es geht an namhaften Weingütern vorbei auf wenig befahrenen Straßen zur Anlegestelle der Fähre nach Blaye.
Das Chateau Brillette bei Moulis-en-Médoc
Das Château Hennebelle in Lamarque
Mit Lamarque haben wir auch schon fast die Anlegestelle der Fähre erreicht.
Der Fähranleger
Diese Fähre bringt uns auf die andere Seite der Gironde.
Nach 554 km erreichen wir wieder Blaye, den Ausgangspunkt unserer diesjährigen Frankreichfahrt. Vor der Heimfahrt übernachten wir hier noch einmal.
Die ‚Auberge du Porche', eine schöne Unterkunft
6. Etappe 10.10. - 18.10.2009 Langon – Sète
Mit unserer sechsten Etappe werden wir Frankreich vom Westen nach Osten durchqueren. Wir starten in Langon am ‚Canal-du-Midi‘. Da dieser Landstrich in Frankreich im Sommer immer sehr heiß ist, haben wir diese Etappe in unsere Herbstferien gelegt. Das hat zur Folge, dass nicht nur die Temperaturen etwas moderater sind, sondern auch die Hotelpreise etwas niedriger.
Als Ziel haben wir in diesem Jahr die Stadt Sète festgelegt. Da wir außerhalb der Hauptreisezeit fahren, erreichen wir unser Ziel ohne Störungen nach zehnstündiger Fahrt gegen 16.30 Uhr.
Das Hafenbecken von Sète
Das Palais Consulaire in Sète
Wir machen noch einen kleinen Rundgang um den Hafen und gehen bis zur Meerpromenade.
Das Mittelmeer, in einer Woche wollen wir hier wieder ankommen!
Am frühen Morgen geht nun die Fahrt zunächst zum Bahnhof nach Sète.
Eine Ehrenrunde am Bahnhofsvorplatz von Sète
Kurz nach 9 Uhr steigen wir hier in den Zug. Es handelt sich um einen Schnellzug mit einem vernünftigen Fahrradabteil und deshalb bereitet die Verladung in diesem Jahr keinerlei Probleme.
Hier sind die Fahrräder gut untergebracht
Da eine Zugfahrt nach Langon selbst etwas schwierig wäre, haben wir uns entschlossen, nur bis Marmande mit dem Zug zu fahren. Als eine kleine „Einstimmungstour“ fahren wir dann mit dem Fahrrad weiter nach Langon. Das hat zwar zur Folge, dass wir einen kleinen Teil des Wegs hin- und zurückfahren müssen, aber das stört uns nicht.
Auf dem Weg von Marmande nach Langon
Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass wir mehr als 200 Kilonnmeter am Canal-du-Midi entlang fahren können. Denn bei all unseren Recherchen haben wir wenig Informationen über den Zustand des Radwegs erhalten.
Dass der Radweg zum großen Teil neu hergerichtet wurde und bis in die Nähe von Castelnaudary gut zu befahren ist, erstaunt und freut uns sehr. Als wir heute Morgen in Sète starten, ist strahlend blauer Himmel. Während der Zugfahrt nimmt die Bewölkung ständig zu und in Marmande ist es bedeckt, aber es regnet nicht. So können wir immer ganz gemütlich am Kanal entlangfahren und erreichen bei Castets-en-Dorthe den Punkt, an dem der Kanal in die Garonne übergeht.
Ein erster Eindruck unserer bevorstehenden 'Kanalfahrt'
Kurz vor Langon setzt leichter Sprühregen ein, der jedoch nicht sehr lange anhält.
Weinberge bei Langon
In Langon erreichen wir den westlichsten Punkt unserer letztjährigen Tour, so dass wir jetzt eigentlich erst hier den Startpunkt für dieses Jahr erreicht haben. Wir sind etwas außerhalb in einem sehr schönen „Chambre d’hôtes“ untergebracht. Wir machen noch einen kleinen Rundgang durch Fargues, bevor wir uns bei unseren Gastgebern an den gedeckten Tisch setzen. Das Wetter ist jetzt schon besser geworden und wenn man dem Wetterbericht glauben kann, dann wird es auch in den nächsten Tagen keinen Regen geben.
Wir starten am nächsten Tag bei leicht bedecktem Himmel und fahren zunächst das Wegstück, das wir bereits gestern in der anderen Richtung zurückgelegt haben.
Hier mündet der Kanal in die Garonne
Bei diesem Wetter ist es eine wunderschöne Fahrt immer an dem Kanal entlang.
Der Weg ist immer geteert und führt einmal auf der einen und dann wieder auf der anderen Seite entlang.
Am Beginn der 'Kanalfahrt' bei Fontet
Eine schöne, herbstliche Stimmung am Kanal
Die hohen Platanen, die am Rand des Kanals gepflanzt sind, geben ein schönes Panorama ab. Die Blätter sind schon leicht verfärbt und wenn die Sonne darauf scheint, wird dieses Farbenspiel noch weiter verstärkt.
Bei jeder Überquerung des Kanals ändern sich die Lichtverhältnisse ein wenig, das führt zu ganz anderen Eindrücken.
Dadurch dass wir diesen Fahrradweg lange nutzen können, haben wir es auch mit geringen Steigungen und keinem Autoverkehr zu tun.
Am Kanal bei Agen
Es ist unverständlich, warum für diesen Fahrradweg nicht intensive Werbung gemacht wird, aber das ist vielleicht ja auch unser Glück; wir sind fast völlig alleine unterwegs.
Ein entspanntes Radeln
Am nächsten Tag starten wir um 9 Uhr in Agen. Es ist noch recht frisch und so müssen wir etwas in die Pedale treten, um die nötige Wärme zu bekommen. Wir fahren direkt wieder an den Kanal heran und fahren bis zur Mittagspause auch immer an ihm entlang. Die Eindrücke vom Vortag verstärken sich eigentlich nur noch durch den strahlend blauen Himmel und die spiegelnde Wasseroberfläche.
Wir folgen weiterhin dem Kanal und kommen, eigentlich ohne es zu wissen, etwas von der Garonne ab. So sind wir etwas überrascht, dass wir uns plötzlich an der Tarn befinden. In Moissac machen wir Mittagspause. Inzwischen ist es so warm geworden, dass wir sogar im Freien essen können.
Direkt hinter Moissac wartet ein „Highlight“ auf uns. Uns fällt zunächst auf, dass die Staustufen jetzt in sehr kurzen Abständen folgen, das bedeutet, dass der Kanal schnell an Höhe gewinnt. Diese Höhe benötigt der Kanal auch, denn er überquert den Tarn. Es ist schwer, den Gesamteindruck in einem einzigen Foto festzuhalten.
Eine "Wasserkreuzung"
Der Canal-du-Midi überquert die Tarn
Wir folgen jetzt noch weiter dem Kanal, entfernen uns dabei etwas vom Tarn, nähern uns aber wieder der Garonne.
Ein Schiffshebewerk bei Montech
Hier verlassen wir den Kanal und fahren auf wenig befahrenen Straßen nach Montauban unserem nächsten Etappenziel.
Der Place nationale in Montauban
Die Stadt liegt direkt am Tarn und der Altstadtkern ist etwas erhöht. Das hat zur Folge, dass wir am Ende unserer heutigen Etappe doch noch einen kleinen Anstieg zu bewältigen haben.
Unsere stilvolle Unterkunft in Montauban
Am nächsten Morgen fahren wir wieder zum Kanal zurück und folgen ihm weiter.
Wir sind wieder am Kanal angekommen
Nach einer kurzen Strecke müssen wir den Fahrradweg verlassen, weil uns ein Bautrupp den Weg versperrt. Wir steigen auf unsere Ausweichroute um und kommen so auf Nebenstraßen nach Toulouse hinein. Mit dem Navigationsgerät können wir unser IBIS-Hotel direkt am Bahnhof zielsicher finden.
Das IBIS in Toulouse
Die Straßen der Innenstadt befinden sich in einem katastrophalen Zustand, denn die Müllabfuhr hat in den letzten Tagen gestreikt. Auf unserem kleinen Rundgang durch die Stadt gewinnen wir einen ersten Eindruck. Wenn man mehr von der Stadt sehen wollte, müsste man länger bleiben.
Als wir am Morgen Toulouse verlassen, ist es sehr kalt und es dauert etwas, bis die Sonne die nötige Kraft besitzt, die Luft zu erwärmen.
Herbstliche Morgenstimmung am Kanal
Wie wir erwartet hatten, endet heute unsere Fahrt am Kanal entlang.
Bei Port Lauragais geht die Teerdecke in einen Sand-/ Schotterbelag über.
Die Ecluse de sanglier
Deshalb fahren wir auf der ursprünglich geplanten Strecke weiter und da uns der Hunger und der Rückenwind kräftig vorantreibt, kommen wir in zügiger Fahrt nach Castelnaudary. Dort bekommen wir in einer Pizzeria auch kurz nach 14 Uhr noch etwas zu Essen.
Frisch gestärkt und mit dem Wind im Rücken erreichen wir unser nächstes Etappenziel sehr schnell. Wir sind in einem Logis de France am Ortsrand in kleinen Appartementzimmern untergebracht.
Am nächsten Morgen ist es sehr kalt, wir fahren gleich weiter
Als wir zum Frühstück hinüber ins Haupthaus gehen, weht uns ein eisiger Wind entgegen. Wie wir erfahren, sind es 4°C, das bedeutet, dass wir uns heute warm anziehen müssen. Der Wind verstärkt die Kälte noch etwas, aber er weht „Gott sei Dank“ in unsere Richtung.
Abseits des Kanals und auf wenig befahrenen Straßen kommen wir zügig nach Carcassonne. Die Altstadt kennen wir schon, deshalb fahren wir nur kurz in die Stadt hinein und orientieren uns dann am Kanal.
Hier ist das Gelände etwas unwegsam und wir müssen die Räder schieben
Nach diesem kurzen Irrweg erreichen wir wieder die geplante Route und in der freien Landschaft schiebt uns der Rückenwind kräftig weiter.
Blick über die Weinberge bei Lezignan-Corbières
Die Sonne setzt sich auch inzwischen etwas durch und es wird wärmer.
Bei Roubia können wir noch einmal ein kurzes Stück am Kanal entlangfahren
Mit Capestang haben wir nach 99 km unser vorletztes Etappenziel erreicht.
Auch hier sind wir in einem „Chambre d’hôte“ untergebracht. Die Zimmer sind schön eingerichtet und sehr geräumig. Die belgischen Wirtsleute verpflegen uns gut und es entsteht beim Abendessen eine angeregte Unterhaltung.
Start zur letzten Etappe nach Sète
Am nächsten Morgen ist es nicht mehr so kalt; man merkt, dass wir etwas von den Bergen wegkommen. Aber es ist immer noch sehr stürmisch und dieser Wind kommt jetzt nicht immer von hinten.
Bei Béziers machen wir einen kleinen Halt und bestaunen die vielen Staustufen des Kanals.
Die Écluses de Fonseranes bei Béziers
Nach einer kleinen Mittagspause in Bessan erreichen wir Agde und damit auch das Mittelmeer.
Wir haben das Mittelmeer erreicht!
Um zu unserem Endpunkt zu kommen müssen wir noch 20 km an der Landzunge entlang fahren. Hier haben wir es nun mit kräftigem Seitenwind zu tun. Wir müssen langsam fahren und erreichen am frühen Nachmittag unser Endziel.
Bis auf eine kleine Panne mit meinem Sattel haben wir die diesjährige Tour ohne Probleme bewältigt. Wir haben in diesen 7 Tagen 561 km zurückgelegt.
Auf der Landzunge nach Sète
Es war gut, dass wir diese Tour in den Herbst gelegt haben. Denn in der Sommerhitze hätten wir diese Strecke nicht so gut bewältigen können. Für das nächste Jahr wissen wir, dass zu dieser Jahreszeit auch Schal und Handschuhe sehr sinnvoll sein können.
Wir planen noch eine Fortsetzung der Frankreich-Rundfahrt von Sète nach Valence, führen sie jedoch nicht mehr durch.
Wir sind insgesamt 3115 km zusammen geradelt. Es waren schöne, ganz unterschiedliche Etappen und wir haben viel gemeinsam erlebt.
Manchmal ist es leider unvermeidbar, dass sich Lebenswege trennen - Salut Henri!