Verwallgruppe
In unserer sechstägigen Hüttentour wandern wir im Spätsommer 2026 von West nach Ost quer durch das Verwallgebirge.
Nach mehreren Vorbereitungstagen, an denen wir kleinere Wanderungen rund um St. Anton am Arlberg unternommen haben, starten wir zu unserer mehrtägigen Hüttentour.
Wir fahren dazu zunächst mit dem Auto durch den Arlbergtunnel hinüber ins Montafon zur Talstation der Tafamuntbahn (1050 m) in Partenen bei Gaschurn.
Unsere Hüttentour im Überblick
1. Tag: 27.8.2026, Bergstation der Tafamuntbahn (1530 m) – Neue Heilbronner-Hütte (2310 m)
Mit der Tafamuntbahn geht es bergauf.
Mit einer kleinen Gondelbahn fahren wir zum Alp Stöbli hinauf, setzen unsere Wanderrucksäcke auf und kurz vor 11 Uhr wandern wir los.
Es ist wunderschönes Wetter, wir freuen uns auf die Tour.
Durch den Wald geht es beständig bergauf und schon nach wenigen Metern haben wir unsere 'Betriebstemperatur' erreicht.
Ein schöner Waldweg
Nach einem Anstieg von 300 Metern stoßen wir auf ein Hochmoorgebiet und am angrenzenden schönen Bergsee machen wir eine erste Rast.
Das Hochmoor ist ein Europaschutzgebiet.
Die Bergwelt spiegelt sich im Wiegensee.
Nun geht es nicht mehr so steil bergauf und nach kurzer Zeit erkennen wir in der Ferne den Stausee am Zeinisjoch, dem Übergang vom Montafon ins Paznauntal.
Eine idyllische Landschaft
Der riesige Stausee Kops am Zeinisjoch weist auf den Übergang ins Paznauntal hin.
Der schmale Pfad windet sich am Hang entlang weiter bergauf.
Bald können wir am Talende die Verbellaalpe erkennen. Hier können wir eine kleine Jausenmahlzeit und ein erfrischendes Getränk bekommen.
Die Alpe Verbella (1940 m)
Hier herrscht reger Betrieb
Frisch gestärkt können wir den nächsten Steilanstieg in Angriff nehmen und kurz danach sehen wir auch schon die Neue-Heilbronner-Hütte in der Ferne.
Die Neue Heilbronner-Hütte ist schon in Sichtweite.
Die Hütte ist zwar zum Greifen nahe, aber eine Stunde werden wir noch bis dahin laufen.
Es ist gut, dass Wolken aufgezogen sind und wir den Anstieg auf dem breiten Fahrweg nicht in der prallen Sonne bewältigen müssen. Gegen 16 Uhr kommen wir an der Hütte an.
Die modern eingerichtete Hütte ist voll belegt.
Wir bekommen ein beschauliches 4er-Zimmer unter dem Dach.
2. Tag: 28.8.2026, Neue Heilbronner-Hütte (2310 m) – Konstanzer-Hütte (1688 m)
Da heftige Gewitter angekündigt sind, zögern wir den Abmarsch am nächsten Morgen noch etwas hinaus.
Es beginnt aber nicht zu regnen und stellenweise kommt sogar die Sonne durch und so brechen wir gegen 10 Uhr auf.
"Und ewig grüßt das Murmeltier"
Wir haben uns heute Morgen auf Regen eingerichtet, aber nötig ist das nicht!
Die heutige Etappe ist sehr einfach, es geht fast nur bergab.
Der idyllische Scheidsee unterhalb der Hütte.
Zunächst auf schmalen Pfaden, dann auf einem breiteren Fahrweg wandern wir das Tal hinaus.
Das Wetter hat sich geändert.
Das Schönverwall im Sonnenschein.
Kurz vor der Hütte verlassen wir den Fahrweg. Es geht nun noch durch ein kleines Waldstück und rechtzeitig vor dem Einsetzen eines leichten Regenschauers erreichen unser nächstes Etappenziel.
Zunächst können wir uns noch im Sonnenschein vor die Konstanzer-Hütte setzen.
Etwas zu essen und zu trinken gibt es auch!
3. Tag: 29.8.2026, Konstanzer-Hütte (1688 m) – Darmstädter-Hütte (2385 m)
Wir wissen Bescheid!
Der gemütliche Gastraum mit dem Frühstücksbuffet im Hintergrund.
Heute haben wir eine Etappe mit einem langen Anstieg vor uns, deshalb starten wir bereits um 8:30 Uhr.
Wir haben schon bald den Wald, in dem die Hütte steht, verlassen und folgen zunächst dem Fasulbach bergauf. Diesen Bach überqueren wir und dann geht es auf der anderen Talseite bergauf.
Zunächst noch ein schöner Waldweg.
Das Tal des Fasulbachs mit der Konstanzer-Hütte in der Ferne.
Wir haben Glück, dass wir so früh unterwegs sind, denn so können wir den Anstieg zum großen Teil im Schatten der Berge bewältigen. Zunächst geht es auf Wiesen in Serpentinen bergauf, dann folgt ein etwas unwegsames Schrofen-Gelände.
Der mächtige Patteriol auf der anderen Talseite.
Die Konstanzer-Hütte ist inzwischen vollständig im Tal verschwunden.
Je höher wir kommen, desto felsiger wird die Landschaft. Anfänglich müssen wir nur kleine Felsen überklettern, im Blockwerk müssen wir uns dann allerdings vielfach den richtigen Weg anhand der rot-weißen Markierungen suchen - ein Weg ist hier nicht mehr erkennbar.
Der Weg ist gut markiert!
Es sind so noch einige Meter zu überwinden, bis wir mit dem Küchenjöchl in 2730 m Höhe den Übergang ins Nachbartal erreicht haben.
Die Saumspitze (3039 m) und die Fatlarspitze (2986 m) dominieren das nächste Tal.
Am Fuß der etwa 3000 m hohen Berge können wir am Ende der Seitenmoräne unser nächstes Ziel, die Darmstädter-Hütte ausmachen.
Das nächste Etappenziel ist in der Ferne zu erkennen.
Wir machen zunächst auf dem Joch noch eine ausgiebige Pause und sehen den Bergsteigern zu, die von dort noch 200 m weiter bergauf zum Scheibler (2978 m) hinaufsteigen.
Beim Abstieg gelangen wir schon bald zu einer großen Felsplatte, an der uns Drahtseile beim sicheren Abstieg helfen.
Wie gut, dass die Seile stramm gespannt sind!
Von unten betrachtet sieht die Kletterstelle eigentlich ganz harmlos aus!
Durch ein ausgedehntes Blockwerk und eine dann folgende Felsenpassage kommen wir zur Seitenmoräne und dann schnell zur Hütte hinunter.
Das Ziel liegt vor uns.
Die Darmstädter-Hütte ist urgemütlich und Andi, der Hüttenwirt ist sehr freundlich.
Der gemütliche Gastraum.
Wir haben – wie immer – ein schönes, gemütliches Viererzimmer.
Wir sitzen bei dem wunderschönen Wetter aber zunächst noch etwas auf der Terrasse der Hütte und genießen die grandiose Aussicht.
Die Ziele der Umgebung mit ambitionierten Zeitangaben.
Die Sicht hinunter ins Tal mit dem weiteren Weg unserer Tour.
4. Tag: 30.8.2026, Darmstädter-Hütte (2385 m) – Niederelbehütte (2300 m)
Am nächsten Morgen herrscht wieder wunderbares, etwas kühles Wanderwetter. Die Morgensonne beleuchtet die Hütte und die Bergwelt mit einem schönen, warmen Licht.
Die Darmstädter-Hütte am Morgen.
Unser weiterer Weg führt uns zu Beginn der Etappe hinunter zum Kartellspeicher-See.
Ein letzter Blick zurück!
Der Speichersee ist unser nächstes Ziel.
Wir gehen anfänglich an der Bergseite hinab, überqueren den Moosbach und die letzten Meter zum Stausee gehen wir auf der geschotterten Fahrstraße.
Eine stabile Brücke?!
Der Kartellspeichersee am frühen Morgen.
Am See machen wir noch eine kurze Rast und stärken uns für den anstehenden Anstieg. Zum Seßladjoch (2749 m) hinauf müssen wir etwas mehr als 700 m hinaufsteigen.
In Serpentinen geht es auch hier bergauf.
An dieser traumhaft schönen Landschaft kann man sich nicht sattsehen!
Wir haben während des gesamten Anstiegs eine tolle Aussicht auf eine grandiose Bergwelt mit diesem smaragdgrünen Stausee im Vordergrund.
Auf der anderen Talseite können wir am Fuß der massigen Kuchenspitze sogar die Darmstädter-Hütte ausmachen.
Auf dem Seßladjoch (in 2750 m Höhe) weht ein kühler Wind!
Beim Blick ins Tal kann man den weiteren Weg, den Seßsee und die Niederelbehütte erkennen.
Der Abstieg ist nicht kompliziert und so kommen wir gegen 15:30 Uhr am nächsten Etappenziel an.
Blick zurück aufs Joch.
Zunächst geht es wieder durch grobes Blockwerk bergab.
Dann folgt ein schöner, aussichtsreicher Pfad hinunter zur Hütte.
Auch hier begrüßt uns Petra, eine sehr freundliche Hüttenwirtin.
Die Hütte ist mit 17 Betten und 44 Schlafplätzen im Matratzenlager nicht sehr groß und wir sind froh, dass wir wieder ein gemütliches, kleines 4er-Zimmer bekommen haben.
Das Ziel ist erreicht.
Die Niederelbehütte
Blick in unsere kleine Heide-Stube.
Vorsicht beim Aufsetzen!
Der schöne Gastraum nach dem Frühstück.
5. Tag: 31.8.2026, Niederelbehütte (2300 m) – Edmund-Graf-Hütte (2375 m)
In der Nacht hat es ein wenig geregnet, aber der Wetterbericht sagt für den heutigen Tag schönes Bergwetter voraus.
Es ist noch etwas kühl am Morgen!
Wir starten gegen 8:30 Uhr, der Weg geht heute im ersten Abschnitt etwas bergab und dann unter den Liftanlagen von Kappl hindurch zum Rauchbach.
Ein Blick zurück zur gastlichen Hütte.
Blick zurück ins Paznauntal - die Hütte haben wir hinter uns gelassen.
Der Weg zum Rauchbach.
Am Bach stärken wir uns für den Schlussanstieg, denn der Steig führt in engen Serpentinen steil zur Scharte hinauf.
Der Weg zur Scharte mit den Serpentinen ist im Hintergrund erkennbar.
Mit einer Höhe von 2697 m haben wir den höchsten Punkt für heute erreicht!
Die letzte Serpentine und der Anstieg ist geschafft!
Die Scharte in 2697 m
Auf der Schmalzgrubenscharte öffnet sich der Blick hinüber zum Arlberggebiet.
Wieder eine tolle Aussicht.
Blick von der Scharte auf die Berge oberhalb von St. Anton.
Wir genießen die Aussicht.
Nun geht es bergab.
Wir kommen an einem idyllisch gelegenen Bergsee vorbei und nachdem wir noch einige Meter angestiegen sind, können wir auf der anderen Talseite das nächste Ziel erkennen.
Der Schmalzgrubensee – für uns zu kalt zum Baden.
Ein schönes Steinmännchen markiert den Weg.
Diese Markierung ist einzgartig!
Das nächste Ziel auf der anderen Bergseite.
In einem weiten Bogen führt uns der Weg zur Edmund-Graf-Hütte hinüber, die wir kurz nach 15 Uhr erreichen.
Auch hier bekommen wir ein gemütliches Viererzimmer mit den üblichen Etagenbetten.
Die Edmund-Graf-Hütte
Wir haben noch etwas Zeit, genießen den Streuselkuchen auf der Terrasse und den nachmittäglichen Sonnenschein auf den Liegebänken. Nur Wilbert erfrischt sich in der eiskalten Outdoor-Dusche!
Schön ist es hier!
6. Tag: 1.9.2026, Edmund-Graf-Hütte (2375 m) – St.Anton am Arlberg (1300 m)
Die Hütte ist sehr ruhig und wir können prima schlafen. Mit der heutigen Etappe schließt sich für uns der Kreis. Das bedeutet, dass wir heute ins Tal absteigen müssen. Insgesamt geht es dabei mehr als 1100 m bergab.
Morgenstimmung am Arlberg
Nachdem wir einige Meter hinunter gegangen sind, sehen wir die Bergwelt wieder, an der wir vor der Tour herumgeklettert sind. Die herbstliche Beleuchtung beschert uns ein tolles Panorama.
Die Lechtaler-Alpen mit dem Kaiserjoch-Haus in der Bildmitte
Es war eine tolle Tour!
Gegen 12 Uhr kommen wir in Pettneu im Tal an und wir lassen es uns nicht nehmen, auch die letzten Kilometer zum Hotel in St. Anton zu Fuß zurückzulegen.
Am nächsten Tag treten wir dann die Heimreise an.
Zielfoto
Wir sind in diesen sechs Tagen insgesamt mehr als 60 km weit gelaufen und sind dabei etwa 3500 m hinauf und 3700 m hinunter gestiegen.
Es war wieder eine sehr schöne, erlebnisreiche Tour, die uns sicher nicht nur wegen ihrer grandiosen Aussichten noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Grupenbild auf der Schmalzgrubenscharte.
Weitere Infos zur Tour findet ihr hier: Verwallrunde